<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-1096566506874304293</id><updated>2011-12-28T14:55:28.111+01:00</updated><title type='text'>Karl Kinaski</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://karlkinaski.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1096566506874304293/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://karlkinaski.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Karl Kinaski</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13119174823224462521</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://i24.tinypic.com/30upo49.jpg'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>6</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1096566506874304293.post-8369730979960693977</id><published>2010-10-13T19:18:00.003+02:00</published><updated>2011-01-18T08:10:07.772+01:00</updated><title type='text'>Wahrscheinlich sind wir blumengeil!</title><content type='html'>»Tja, Costa Rica«, so Willi, ein dürrer Koch mit  Drahtbrille und Hakennase, »das waren Zeiten. Sie wollen mich zurückhaben auf unserer Plantage...aber was ist dann mit meinen 800 Kröten Stütze? Die bekomme ich dort nicht. Hier schon. Nein, ich muss das hier aussitzen. In zwei Monaten hab ich Kur, dann, hoffe ich, es wird mit der Frühpension etwas. Die schicken sie einem um die ganze Welt. Die Stütze nicht.« Er führte seine nikotingelben Finger mit der Zigarette zum Mund. Das dreihundert Euro Zimmer war klein. Auf dem Kunstparkettboden lagen seine Malereien - ungerahmt, eine über der anderen. Sie waren aus dem Jahre Schnee. Willi malte schon lange nicht mehr. Seit der Geschichte mit seinem Kreuz kochte er auch nicht mehr. Er saß den ganzen Tag in seinem Zimmer und redete mit den Leuten die ihn besuchten. Das war es, was er tat: sitzen, qualmen, saufen und reden. Bis er besoffen auf sein Bett kippte, an das der kleine Tisch geschoben war, an dem seine illustren Gäste saßen. Einschließlich mir. Ich schaltete dann meist das TV aus und schloss die Tür. Als einziger in diesem Boarding-Haus am See, verschloss er seine Bude nie. Bei ihm war immer Tag der offenen Tür. Man kam und ging. Wenn man seinen billigen Tetrapack-Wein nicht mochte, brachte man selber Wein in Flaschen mit. Oder Härteres. Wenn es das Wetter zuließ, saß man am winzigen Balkon mit seinen Hanf- und Tomatenpflanzen, sowie den vielen kleinen Töpfchen mit frisch sprießenden Gewürzpflanzen. Als Koch  verarbeitete er diese Dinge gerne frisch. Als ihm eine Woche vor dem Zahltag das Geld ausging, appellierte er an mich, in die Schwämme zu gehen. Jo hätte ein Auto. Er selber kenne die besten Herrenpilzgründe. Ich sagte zu. Der Herrenpilzgrund erwies sich als Reinfall. »Da oben gibt’s vielleicht Eierschwammerl«, meinte Jo und deutete über eine steile Kuhwiese. Wir arbeiteten uns an einem Hang hoch, den die Kühe zerstampft hatte. Wasser stand in den Löchern, die von ihren Hufen herrührten. Einer von Willis Cowboy-Stiefeln blieb in einem sumpfigen Loch stecken. Als er ihn herausziehen wollte, fiel er der Länge nach in den Dreck. Es begann zu regnen. Wir gaben auf und setzten uns unter das Dach eines Heustadels, der grau und verlassen am Hang stand. &lt;br /&gt;Willi holte den Tetrapack-Wein aus dem Rucksack und trank. Für einen Schwammerl-Sucher sah er ungewöhnlich verdreckt aus. Der erste Schluck gab ihm seine gute Laune zurück.&lt;br /&gt;»Da oben gibt es vielleicht wirklich Eierschwammerl«, meinte Jo.&lt;br /&gt;»Ach, vergiss es. Scheiß auf die Herrenpilze, scheiß auf die Eierschwammerl«, sagte Willi.&lt;br /&gt;»Warum auf einmal?«, wunderte sich Jo. »Ja, du warst doch die treibende Kraft«, setzte ich hinzu.&lt;br /&gt;»Ich werde euch was verraten«, sagte Willi und grinste das Grinsen eines Menschen, der mit dem Leben zufrieden ist, weil er nichts mehr zu verlieren hat: »Mir tut das verdammte Kreuz weh, ich sehe aus wie ein Schlammcatcher und wahrscheinlich bin ich ja sowieso blumengeil.«  &lt;br /&gt;»Oder wir alle«, bemerkte Jo trocken und begann sich einen Joint zu drehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fin&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1096566506874304293-8369730979960693977?l=karlkinaski.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://karlkinaski.blogspot.com/feeds/8369730979960693977/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://karlkinaski.blogspot.com/2010/10/wahrscheinlich-sind-wir-blumengeil.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1096566506874304293/posts/default/8369730979960693977'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1096566506874304293/posts/default/8369730979960693977'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://karlkinaski.blogspot.com/2010/10/wahrscheinlich-sind-wir-blumengeil.html' title='Wahrscheinlich sind wir blumengeil!'/><author><name>Karl Kinaski</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13119174823224462521</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://i24.tinypic.com/30upo49.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1096566506874304293.post-991993113526588429</id><published>2010-03-15T11:38:00.002+01:00</published><updated>2011-12-28T14:55:28.130+01:00</updated><title type='text'>Pichler!!</title><content type='html'>Als ich, noch nicht 18 zum Paras kam, tobte der Kalte Krieg noch. Oder soll man sagen, er kältete? Jedenfalls waren es selige Zeiten für unsere imbezilen Ausbildner, denn sie konnten auf ein klares Feindbild zurückgreifen. »Wir in Österreich sind das erste Bollwerk der Verteidigung der Freien Welt!«, brüllte unser Leutnant.« »Jeder Schuss, ein Russ!«, brüllte da Wehrmann Pichler, und bekam prompt einen Wochenende Ausgehverbot. Das war das erste Mal, dass er mir auffiel. Pichler war ein großer Lackel, breit in den Schultern, doch von seltsam weichen Gelenken. Unter seinen roten Haaren leuchtete ein totenblasses Gesicht, in dessen schlaffer Haut stets einige Pusteln nisteten. Sie hatten weiße, oder gelbe Spitzen, sodass man Lust verspürte, sie auszudrücken. Nach der zweimonatigen Grundausbildung schob ich mit Pichler Wache in der Struberkaserne, die sich im Stadtgebiet von Salzburg befindet, unweit der Landesnervenklinik. Ursprünglich war ich nur als Wachersatz vorgesehen gewesen, doch ein Wachsoldat starb bei einem der obligaten Paras-Autounfälle und ich kam zum Zug. Wie Pichler und die anderen wählte ich das Wacheschieben, wegen des 24 - Querstrich - 48 Stunden Rhythmus. Weniger Paras ging nicht. Man hatte nur ein Problem: nicht einschlafen zu können. Zwei Mann hatten vorne zu sitzen, einer schlief auf einer Pritsche - vier Stunden. Konnte er zur vorgesehenen Zeit nicht schlafen, schlief er 24h überhaupt nicht. Und dann hatte er knapp 48h frei. Da wollte man auch nicht schlafen. Dementsprechend sah man aus der Wäsche, wenn man mit seinem scharf geladenen Sturmgewehr morgens, wenn die Zivilangestellten der Kaserne, aus ihren bequemen Privatleben kommend, zum Tor hereinströmten, im rotweißrot lackierten Wachhäuschen stand. Müde wurde man immer, wenn man gerade nicht mit Schlafen dran war. Um nicht wegzudösen, wenn man wach bleiben musste, trank man also Kaffee, andere lasen, rauchten wie die Schlote, oder hörten Radio.&lt;br /&gt;Pichler war ein besonderer Fall. Er rechnete, um wachzubleiben. Er hatte in Mathematik maturiert, mit Sehr gut, wie er betonte, hatte darüber hinaus an so manchem Wettbewerb teilgenommen, verglich den Umgang mit Zahlen mit dem Umgang eines Geigenvirtuosen mit seinem Instrument und...kurz, er liebte das Rechnen, wie die Sünde. Eines Tages saß ich mit Pichler vorne in der Wachstube. Es war tief in der Nacht. Die Schranken waren herabgelassen, das verschlossene Kasernentor lag im Licht einer Laterne. Hinten schnarchte Schneider der dritte Mann. Ein Simpel vom Land. Pichler begann sich Stift und Papier zurecht zu legen. Er stellte sich die unsinnigsten Aufgaben- alle aus dem Kopf: Winkelfunktionsrechnungen, Infinitesimalzeugs und Differentialschmuhfu, und Integralkrempel...Jene Gehirnakrobatik eben, die ich, als frischer Schulabrecher, so dicke hatte. Ganz anders Pichler. Er fand Rechnen furchtbar scharf. Schon flitzte seine Hand über das Papier, das sich mit Zahlen und Zeichen füllte, als regneten sie darauf herab. Manchmal verharrte er kurz, dachte nach, flüsterte Zahlen, murmelte Silben und schon flitzte der Bleistift wieder. Er wurde dabei, wie ich misstrauisch beobachtete, immer munterer. Und während ich die Vision eines schäumenden Bierglases hatte, schien er sich ganz allein an seinen Zahlen berauschen zu können! Das fand ich nicht gerecht. So durfte es nicht weiter gehen! Ich sagte: »Pichler - lass doch den Rechenscheiß.«&lt;br /&gt;»Wieso - ich mag das. Sonst verblöde ich.«&lt;br /&gt;»Verblöden ist Programm bei diesem Verein. Dagegen anzukämpfen ist sinnlos. Was bringt dir das, dass du hier Winkelfunktionen löst? Was soll das da übrigens sein?« Ich deutete auf ein irres Gekritzel, das beim besten Willen kein mathematisches Zeichen sein konnte.&lt;br /&gt;»Was?«&lt;br /&gt;»Na, dieses Gekritzel.«&lt;br /&gt;»Ein Felsen. Ich berechne seine Höhe, ohne Zutritt zu seiner Basis zu haben.«&lt;br /&gt;»Hä? Wieso hast du keinen Zutritt zu seiner Basis?«&lt;br /&gt;»Na, da steht Betreten Verboten.«&lt;br /&gt;»Wo?«&lt;br /&gt;Pichler, durch meine Frage genervt, kritzelte rasch ein Schild mit der Worten »Betreten Verboten« an die Basis des Felsen.&lt;br /&gt;»Na, gut, aber was soll uns dass gegen die Russen helfen?«, witzelte ich.&lt;br /&gt;»Pflanz wen anderen«, sagte Pichler nur.&lt;br /&gt;»Na, gut, dann im Ernst. Wie soll das also gehen?«&lt;br /&gt;»Na eben - durch Winkelfunktionen. Sinus, Kosinus…«&lt;br /&gt;»Und Tangens, ja, ja bleib mir vom Leib mit dem Scheiß. Wann gehen wir endlich einmal einen Saufen? Du wolltest mir einige Kneipen zeigen.«&lt;br /&gt;»Ja, ja, Morgen...«&lt;br /&gt;»Morgen? Dann bleib ich in der Kaserne, fahre nicht heim, und wir gießen uns einen in den Kragen. In Zivil.«&lt;br /&gt;»Ja«, sagte Pichler und seine Hand begann wieder zu flitzen. Ich beobachte ihn noch eine Weile, hörte wie er seine Zauberformeln dazu flüsterte und gab mich schließlich geschlagen. Als er um 4 Uhr früh, mit Schlafen an der Reihe war, hatte er zwei Dutzend Blätter gefüllt, wälzte sich unruhig auf seiner Pritsche...und konnte nicht einschlafen. Schneider leistete mir nun Gesellschaft. Um nicht mit ihm über die Landwirtschaft, in der er arbeitete, reden zu müssen, tat ich so, als&amp;nbsp; ob ich lesen würde. Doch die Buchstaben des Bändchens, das ich bei mir führte, »Eckermann, Gespräche mit Goethe«, verschwammen mir vor den Augen. Mit den Worten, »Was liest du da?«, nahm es Schneider plötzlich an sich. »Ah...«, tat er wisserisch. »Eckermann, Gespräche mit«, er legte den Finger an den Namen »... Go-ethe.« Er sprach die Silben tatsächlich getrennt aus! Go-ethe! Kopfschüttelnd starrte ich zum Schranken hinaus.&lt;br /&gt;Die letzte Stunde, ehe unsere Mittags-Ablöse kam, stand ich im rotweißen Häuschen draußen. Nicht lange und ein graumelierter Mann kam auf mich zu. Er lächelte. Das roch nach Gefahr. Wollte ich mir zumindest einbilden.&lt;br /&gt;»Do you speak englisch?«, lächelte der Mann. War da etwas faul? Einmal hatte sich ein Mann im langen Morgenmantel und mit stierem Blick zu mir an den Schranken gesellt und war nicht und nicht zu bewegen gewesen, wieder zu gehen. Daraufhin hatte ihn der Offizier von Dienst einen Stuhl herausgebracht und der Mann hatte sich gesetzt: »Der ist von der Landesnervenklinik. Den kennen wir, das macht er öfter. Ich hab schon angerufen. Die holen ihn gleich«, hatte mein Offizier erklärt. »Also kein Grund, ihn zu erschießen?«, hatte ich gefragt. Es hätte ein Scherz sein sollen, doch der Offizier hatte mich entsetzt angeblickt. Der Mann hier allerdings wirkte ziemlich gesund. Doch schaute er mich noch immer an und mir kam der Verdacht er könnte vielleicht ein englischer Patient der Landesnervenklinik sein.&lt;br /&gt;»Englisch?«, fragte ich mit Unschuldsmiene.&lt;br /&gt;Er: »Yeah. Do you speak english?«&lt;br /&gt;»Eh, yeah. A little bit.«&lt;br /&gt;Er: »Oh, das ist gut. Ich stand hier auch. Wie du. In diesem Häuschen. After the war. In 45. Alles gleich. It’ s all the same. Ich war in the Army, US. Army. Funfundvierzig.«&lt;br /&gt;»Aha«, sagte ich und kam zu dem Schluss, es mit einem echten Touristen und nicht mit einem Landesnervenklinikinsassen zu tun zu haben. Er sah durch den Zaun auf die Verwaltungsgebäude und ich ließ ihn mit seinen Erinnerungen alleine. Hätte er zu fotografieren begonnen, hätte ich ihn, laut Vorschrift, umlegen müssen - na, nicht gleich umlegen, aber erschrecken. Mit Geschrei und Schüssen. Oder ihm den Fotoapparat aus der Hand schießen. Aber natürlich hätte ich ihn so viele Fotos machen lassen, wie er gewollt hätte. Denn was ging mich der Imbezilen-Verein an? Was scherte mich der Kalte Krieg? Jedes Glas Bier war mir wichtiger! Doch der Amerikaner wusste, was sich gehörte. Er fotografierte nicht und ich war nicht gezwungen so zu tun, als sähe ich es nicht. Er stand einfach vor dem Schranken und starrte zu den Verwaltungsgebäuden hinüber. Das Fenster der Wachstube öffnete sich und Schneider rief: »Brauchst du Hilfe, Kinaski?«&lt;br /&gt;»Du,nein Schneider. Ich habe hier alles im Griff. Entspann dich...lies ein wenig im Go-ethe...kann ich nur empfehlen.« Schneider schloss beleidigt das Fenster. Aber, Moment! Glitzerte da eine Träne im Auge des Amerikaners? Er schaute lange auf die Gebäude. Dann gab er sich einen Ruck, lächelte und, sagte: »Goodby.« »So long«, gab ich zurück. Auf der anderen Straßenseite bestieg er, wie ich jetzt erkannte, ein ziemlich mondänes Auto. Also hat er es zu etwas gebracht, dachte ich. Nachdem er so uns so viele Deutsche umgenietet hat, hat er es zu etwas gebracht. Es hätte genauso gut umgekehrt sein können. Ein Deutscher hätte ihn umnieten können, spann ich den müßigen Gedanken weiter, und der Deutsche würde heute mit einem mondänen Auto herumkutschieren. Nur würde er keine Kasernen in den USA betrachten, er würde...&lt;br /&gt;»Wer war das?« Schneider war, voll adjustiert, zur Ablöse angetreten.&lt;br /&gt;»Ein Amerikaner.«&lt;br /&gt;»Scheiß Amys«, sagte Schneider, furzte und nahm seinen Platz ein.&lt;br /&gt;»Wie war der Go-ethe?«, fragte ich.&lt;br /&gt;»Ich lese so einen Scheiß nicht. Und überhaupt. Du und Pichler. Ich mag euch nicht. Ihr glaubt, etwas Besseres zu sein. Ihr seid Klugscheißer."&lt;br /&gt;Ich entlud die Knarre, den Lauf in den Sandkasten haltend, und betrat die Wachstube. Erleichtert sagte ich: »So, jetzt haben wir es bald geschafft. Dann wird gesoffen! Ja, verdammt, Pichler! Du rechnest ja schon wieder. Am helllichten Tag.«&lt;br /&gt;Ich entriss ihm das Blatt mit dem Kritzelfelsen und dem Schild »Betreten Verboten« und er sprang auf. Doch er warf sich nicht etwa auf mich, sondern riss ein volles Magazin aus seiner Hüfttasche, steckte es in seine Knarre und legte auf mich an.&lt;br /&gt;»Jetzt bis du fällig, Kinaski. Es reicht!«, brüllte er. Ich nahm volle Deckung, so schnell wie noch nie in meinem jungen Leben, und zwar indem ich mich unter die Pritsche warf. Ich hörte Pichler lachen und das Magazin wieder heraus nehmen. Meine Pumpe hämmerte, als ich mich wieder aufrichtete. Pichler saß wieder am Tisch, als wäre nichts geschehen und grinste. Ich blickte zu seiner Knarre, die wieder an der Wand lehnte. Pichler steckte das Magazin wieder in das Täschchen.&lt;br /&gt;»Und du bist sicher, dass du noch alle hast?«, fragte ich, mir den Staub von der Uniform klopfend.&lt;br /&gt;»Ganz sicher...«, sagte Pichler grinsend. »Und heute wird gesoffen«, fügte er hinzu. »Nachdem ich mich zuhause kultiviert habe. Sagen wir Treffpunkt drei Uhr im Müllner-Bräu?« Ich nickte. Ich konnte nur hoffen, dass er unbewaffnet kam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der zweite Teil ist rasch erzählt. Pichler und ich waren bereits im Müllnerbräu sternhagelvoll. Gegen 19h Uhr torkelten wir, grölend und kichernd wie die Kinder, weiter ins Augustinerbräu. Dort kotzten wir in kameradschaftlicher Eintracht ins Klo. Ich hatte Pichler die Sache mit Schneider erzählt, und schrie immer wieder: »Go-ethe! Go-ethe!«, was Pichler außerordentlich lustig fand.&lt;br /&gt;Als Pichler mir einen Mathematiker-Witz erzählen wollte, winkte ich ab. »Pichler, nein! Wir sind so herrlich besoffen!«&lt;br /&gt;Er bestand darauf. »Na, gut, raus damit.«&lt;br /&gt;»Wie fängt ein Mathematiker in der Wüste einen Löwen?«&lt;br /&gt;»Weiß nicht.«&lt;br /&gt;»Er setzt sich in einen Käfig, und definiert: Hier ist draußen!« Ich lächelte höflich, doch der Witz hatte seine Wirkung getan, denn Pichler brüllte vor Lachen. Als er sich wieder gefangen hatte, sagte er: »Ich hab noch einen.«&lt;br /&gt;»Pichler nicht, saufen wir lieber, Fräulein, noch zwei Stiegl!«&lt;br /&gt;»Der ist eh kurz«, beharrte Pichler. »Na, dann, schieß los«, sagte ich und sah ihn bedeutungsvoll an.&lt;br /&gt;»Kommt ein Mathematiker in ein Fotogeschäft. Er: Fräulein, ich möchte diesen Film entwickeln lassen. Sie: Sehr, wohl. Neun mal dreizehn? - Er: 117, wieso?« Pichler lachte brüllend und hielt sich plötzlich die Hand vor dem Mund. Er betrachtete sie. Einige Kotzbrocken lagen darin. Er ließ sie unter den Tisch fallen und wischte sich die Hand an der Tischdecke ab.&lt;br /&gt;Schließlich nahm mich Pichler mit in eine spezielle Bar, wie er sagte. Sie war eng, rot beleuchtet und kaum saßen wir, gesellten sich zwei Animiermädchen zu uns. Sie griffen uns in den Schritt. Wir luden sie auf ein Gläschen Sekt ein. Die meine soff ihren rasch.&lt;br /&gt;»Möchtest du denn noch ein...«, fragte ich, die Getränkekarte in der Hand und erstarrte. Wenn ich meinen kleines Bier und ihren noch kleineren Sekt zahlte, war ich pleite. Die hatten hier Getränkepreise wie im Puff. Ich erhob mich abrupt und ging zu Pichler. Moment, Puff?&lt;br /&gt;»Lass uns zahlen und abhauen, Pichler. Hier werden wir ja ausgenommen wie die Idioten.« Pichler gehorchte in willenloser Besoffenheit. Draußen auf der engen, gepflasterten Gasse rief ich:&lt;br /&gt;»Das war ein Scheißpuff, Pichler!«&lt;br /&gt;»Ich weiß«, ächzte Pichler und setzte sich erschöpft auf den Bordstein. &lt;br /&gt;»Wo wir doch nur unseren Scheißsold haben. Und jetzt ist Ebbe. Warum wolltest du da hinein? Wir könnten noch drei Stunden weitersaufen!«&lt;br /&gt;»Ich bin bedient«, stöhnte Pichler.&lt;br /&gt;»Aber ich nicht. Warum wolltest du da hinein?«&lt;br /&gt;»Na, wegen der Weiber. Die greifen einem so schön aus.«&lt;br /&gt;Ich fasste mir an den Kopf: »Pichler, das ist doch das letzte. Da greif ich mich lieber selber aus, und sauf dafür noch fünf Bier! Hast du noch Kohle?« Pichler schüttelte den Kopf und meinte:&lt;br /&gt;»Früher waren die viel billiger. Das die so sauteuer geworden sind, damit habe ich nicht gerechnet.«&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ende&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1096566506874304293-991993113526588429?l=karlkinaski.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://karlkinaski.blogspot.com/feeds/991993113526588429/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://karlkinaski.blogspot.com/2010/03/pichler.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1096566506874304293/posts/default/991993113526588429'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1096566506874304293/posts/default/991993113526588429'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://karlkinaski.blogspot.com/2010/03/pichler.html' title='Pichler!!'/><author><name>Karl Kinaski</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13119174823224462521</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://i24.tinypic.com/30upo49.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1096566506874304293.post-6840892034207804373</id><published>2010-03-11T00:14:00.002+01:00</published><updated>2010-03-11T00:14:59.079+01:00</updated><title type='text'>Der alte Mann und der Zeitungsspender</title><content type='html'>Der alte Mann trug meistens eine grüne Lodenjoppe, einen dazu passenden Filzhut und ging an einem Stock. Das war notwendig, sonst wäre er noch vorne gekippt, krummrückig wie er war. Man fragte sich, ob er unter seiner Hutkrempe genug freie Sicht nach vorne hatte. Er hatte ein gutes Gesicht, nur der Unterkiefer sprang etwas vor.  Als Altersheimbewohner kannte er sich in diesem Stadtteil gut aus. Sonntagvormittag holte er regelmäßig seine Zeitung aus dem Spender um die Ecke. Winters wie Sommers. Wenn es regnete und selbst wenn es Neuschnee hatte. Wenn er sich, zittrig auf den Beinen, den Stock bedächtig  setzend, dem Laternenmasten näherte, an dem der Spender hing, fürchtete man, er könne jeden Moment ausrutschen, oder umfallen. Das geschah nie. Er verlangsamte einfach sein Tempo. Er ging um den Laternenpfahl herum, und das Entnehmen der Zeitung, das Einwerfen der Münzen glich einem Ritual. Zuerst brachte er sich vor dem Plastikspender in Position. Indem er sich mit der Linken am kalten Masten festhielt, lehnte er den Stock dagegen, um eine Hand frei zu haben. Hernach fingerte er unendlich langsam, aber letztlich immer erfolgreich, seine Zeitung heraus. Er umfasste sie so, dass sie zu einer Rolle wurde, und ging nun daran sie in die Innentasche seines Mantels zu stecken. Dazu brauchte es mehrere Versuche. Das geschafft suchte er, sich immerfort am Mast abstützend, in der Mantelaußentasche nach losen Münzen. Die warf er ein, ohne dass ihm je eine auf den Gehsteig gefallen wäre. Endlich hatte alles seine Richtigkeit, er nahm den Stock an sich, und ging,  bedächtig den Stock setzend, wieder seines Weges, zurück in das Altersheim. Die Bewohner der Straße kannten den Alten und warteten sonntags manchmal geduldig hinter ihm, ehe sie ihre Zeitung zogen.&lt;br /&gt;Eines Tages, wollte eine fremde, junge Dame helfen, als sie den zittrigen, gebeugten Mann am Zeitungsständer werkeln sah. Sie trat näher, sprach etwas, erntete Kopfschütteln, langte helfend hin, wurde durch eine ärgerliche Bewegung des Ellbogens abgewehrt und trat verwundert zurück. Der alte Mann zitterte durch die als Störung empfundene Hilfsbereitschaft noch mehr, und einen Moment sah es so aus, als würde es diesmal nichts mit seiner Zeitung.&lt;br /&gt;Die junge Frau trat noch einmal näher, der Ellbogen fuhr erneut unwirsch nach außen und nun wandte sie sich ab und ging. In einiger Entfernung blieb sie kurz stehen, sah sich noch einmal um und setzte ihren Weg kopfschüttelnd fort, während der alte Mann triumphierend die Zeitung in seinen gichtigen Händen hielt.  &lt;br /&gt;                                     FIN&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1096566506874304293-6840892034207804373?l=karlkinaski.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://karlkinaski.blogspot.com/feeds/6840892034207804373/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://karlkinaski.blogspot.com/2010/03/der-alte-mann-und-der-zeitungsspender.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1096566506874304293/posts/default/6840892034207804373'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1096566506874304293/posts/default/6840892034207804373'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://karlkinaski.blogspot.com/2010/03/der-alte-mann-und-der-zeitungsspender.html' title='Der alte Mann und der Zeitungsspender'/><author><name>Karl Kinaski</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13119174823224462521</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://i24.tinypic.com/30upo49.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1096566506874304293.post-5356067202245021123</id><published>2009-12-09T18:16:00.004+01:00</published><updated>2009-12-09T18:38:29.032+01:00</updated><title type='text'>Treibsand</title><content type='html'>1&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hätte ja, wenn nicht dieser General...ich hatte keine ID-dabei, ja, aber hätte er mich durchgelassen, hätte ich die verdammte Rakete umlenken können. Ich weiß, es war meine Idee, den radioaktiven Müll in die Sonne zu schießen, doch alle haben sie gutgeheißen, auch sie Mr President. Das soll jetzt keine Ausrede sein. Aber ich werde diese Scheiße nicht allein ausbaden. Ich werde nicht der Sündenbock sein. Die Chancen, dass es schiefgeht standen eins zu 50 Millionen. Und die Tausenden von Verseuchten sind dem Versagen der Evakuierungspläne zuzuschreiben. Ich konnte ja nicht ahnen, dass diese Pläne nicht zur Hand waren! So lange ist der Kalte Krieg doch nicht vorbei. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hätte ja, wenn nicht dieser Urlaub dazwischengekommen wäre, Schatz. Ich hätte dir alles gesagt, alles. Aber sollte ich dir den Urlaub verderben, indem ich dir am Strand sage, du Hasi, ich vögle seit einem Jahr eine andere? Diese Woche hätte ich dir alles gestanden. Warum sie deine Pumps trug? Sie wollte alles von dir wissen. Auch welches Parfüm du benutzt. Wir lagen deshalb in unserem Ehebett, weil ihre Wohnung ausgemalt wird. Du hättest sagen können, das du von deiner Kur früher zurück bist. Ja, sie trug deine Netzstrümpfe. Schnapp' bitte nicht ein. Wie, ich soll mich zum Teufel scheren? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Äh, das kann passieren beim Flambieren, verehrte Zuseher, aber man  braucht keinen Feuerlöscher, man knallt einfach den Deckel drauf. Entschuldigen sie, jetzt geht auch noch die Milch...ah, gerade noch gerettet, sie sehen, das ist der Charme einer Livesendung liebe Zuseher, nicht abhauen, Nadine, schön die Zwiebel weiter würfeln, das ist kein Großbrand, wie, die Faschingsdeko brennt? Tatsächlich, Regie, einen Feuerlöscher, ich weiß nicht wer die Papier-Lampions über den Herd gehängt hat, Regie!, Feuerlöscher!...das ist natürlich kein Grund die Sendung abzubrechen, verehrte Zuseher, sie bekommen ihre Jakobsmuscheln, schwimmend im Käsesee... &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hätte ja, wenn nicht der Entschluss so heilig wäre. Ich hätte es allen sagen können. Doch was, wenn die große Unternehmung aus irgend einem Grund scheitert? Meine Weimarianer hätten sich das Maul zerrissen.&lt;br /&gt;Hoppala, das war aber fast umgeschmissen. »Kutscher? Fahr der Mann doch etwas vorsichtiger!« Was sagt das Firmament? Leichte Cirruswolken. Ein herrlicher Septembertag. Und ich, der Maler Möller, auf dem Weg nach Rom. Ganz kann ich es noch immer nicht fassen. Nur diese wunderliche Gestalt im Gasthof. Ich hatte das Gefühl, dass sie mich verfolgt. Aber ruhig. Wer ruhig ist, dem wird geholfen werden.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Äh, ich war nicht die einzige. Alle haben gestoßen. Es wurde geschrien und gekratzt. Zwei haben sich an den Haaren gezogen. Strumpfhosen um 50 Cent! Höschen um einen Euro! Manche Weiber werden da zu Piranhas.  Sie hat mich angerempelt, und ich hab sie geschubst. Wer konnte denn ahnen, dass sie mit den Kopf gegen die Kante des Wühltisches knallt? Sie lag auf den Boden, aber glauben sie, irgendeine dieser kreischenden Weiber hätte das bemerkt? Man hat ihr nicht aufgeholfen. Erst als das Blut aus dieser Platzwunde sickerte. Da hat man blöd geschaut. Das sie stirbt, hab ich nicht gewollt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Äh, warum diese Passage einem Wikipedia-Artikel gleicht? Und die darunter aus Shakespeare-Online zu stammen scheint? Nun, ich finde dieses Stück miserabel. Ja, König Johann ist ein miserables, verworrenes Stück. Ich war außerstande, es selbst zu lesen! Es wäre gewesen, als hätte ich fünf 300 Gramm Tafeln Schokolade verschlingen müssen. Deshalb ist auch der Schluss 1 zu 1 aus dem Nachwort des Buchs "Shakespeare für Angeber" übernommen. Wie, Herr Professor, das kennen sie gar nicht? Ich meine, weil sie immer so herumwerfen mit Shakespeare-Zitaten. Das war jetzt nicht gehässig gemeint. Was, durchgefallen? Warum das denn?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Äh, das sollte natürlich heißen, es wird kälter, hüstel, pardon. Die Niederschläge gehen nichtsdestorotz, pardon, -trotz natürlich, zurück, aber klar, wer denkt bei diesem Wetter nicht an Rotz, hihi. Nur in den Alpen letzte Flocken, ansonsten heiter und recht trocken. Das hat sich jetzt gereimt, und außerdem ist es kalt im Studio. Sie sehen es an meinen Brustwarzen. Glauben sie nicht, das mich das Wetter so erregt, liebe Zuseher, oder die Tatsache, dass Millionen meine nackten Titten lieben, es ist die Kälte, die Brustwarzen groß, und Penisse klein macht, kann man das so sagen Penisse, hihi, ihnen noch einen schönen Abend. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;8&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Äh, ich würde es Missgeschick nennen, Sir. Ja. Ich weiß, der Planet ist hinüber. Aber er fiel bisher nicht besonders auf. Nein, kaum bemannte Raumfahrt, sie gelangten gerade mal bis zu ihrem Mond. Wie, ja der ist auch hin. Ebenfalls eine Molekülwolke in den Weiten des Alls. Wie? Die Verbindung ist miserabel. Aha, wie viele. Sechs Milliarden. Ja. Alle weg. Dumme Geschichte, ich weiß. Es wird Erklärungsbedarf geben vor dem Plenum. Vertuschen lässt sich die Sache nicht. Dazu gibt zu viele TV-Wellen im Raum. Ja. TV hatten sie seit 70 Jahren. Radio noch länger. Der Bau des Hyper-Way wird natürlich fortgesetzt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ende&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1096566506874304293-5356067202245021123?l=karlkinaski.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://karlkinaski.blogspot.com/feeds/5356067202245021123/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://karlkinaski.blogspot.com/2009/12/wer-sich-rechtfertigt-hat-unrecht.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1096566506874304293/posts/default/5356067202245021123'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1096566506874304293/posts/default/5356067202245021123'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://karlkinaski.blogspot.com/2009/12/wer-sich-rechtfertigt-hat-unrecht.html' title='Treibsand'/><author><name>Karl Kinaski</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13119174823224462521</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://i24.tinypic.com/30upo49.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1096566506874304293.post-1517122056891783242</id><published>2009-11-20T18:26:00.003+01:00</published><updated>2011-12-04T13:57:58.845+01:00</updated><title type='text'>Kunstexpedition</title><content type='html'>&lt;div align="CENTER" style="line-height: 150%; margin-bottom: 0cm; margin-left: -0.46cm; margin-right: -0.51cm;"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;, monospace;"&gt;&lt;span style="font-size: medium;"&gt;&lt;span style="font-size: x-large;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: medium;"&gt;    &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="LEFT" style="line-height: 150%; margin-bottom: 0cm; margin-left: -0.46cm; margin-right: -0.51cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="LEFT" style="line-height: 150%; margin-bottom: 0cm; margin-left: -0.46cm; margin-right: -0.51cm;"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;, monospace;"&gt;&lt;span style="font-size: medium;"&gt;Fürstlich betrunken, doch bester Dinge und erfüllt von orientalischer Beredsamkeit, war ich - wie manchmal in jenen Jahren - am helllichten Tag durch Kufstein flaniert, als ich auf Klarabella stieß. Mit Klarabella verband mich e i n Erlebnis: als sie noch in Schwoich, im Bauernhaus ihrer Eltern, gewohnt hatte, war ich nach einer durchsoffenen Nacht, in aller Herrgottsfrüh' mit dem Mofa zu ihr gedüst. Ich hatte sie geweckt. Verschlafenen Gesichts hatte sie geöffnet. Mit der Auflage leise zu sein, hatten wir in der Küche gefrühstückt, sie Kaffee, ich Bier, und waren dann bei aufgehender Sonne zu einem Spaziergang aufgebrochen. Ich hatte geredet und geredet, in der Absicht sie irgendwo hinzulocken, wo wir es t u n hätten können. Über eine Wiese aufwärts steigend, hatte ich nach vorne gedeutet und gesagt: »Lass uns noch bis zu jenen Brombeerbüschen da vorne gehen.«&lt;br /&gt;Da war ihr unheimlich geworden. Sie hatte mich eine Sekunde lang schweigend angeblickt, und auf der Stelle kehrt gemacht. Denke ich noch einige Jahre zurück, sehe ich mich mit ihr an einen Tisch in einem Lokal sitzen, zusammen mit einer Asiatin. Ich hatte das Buch FAKTOTUM von Charles Bukowski dabei gehabt und für sie exklusiv die Seite herausgerissen, wo es der Held auf der Jacht eines kauzigen, alten Mannes, beim Kartenspiel, auf heimlich-offensichtliche Weise mit dessen beiden anwesenden Gespielinnen treibt. Irgendeine Bemerkung zur Servilität der Asiatinnen mochte Klarabella dann falsch verstanden haben, denn plötzlich holte sie das vorher sorgsam in der Brusttasche ihrer Bluse verwahrte Blatt Literatur hervor, und dreht es mir, wie eine geharnischte Mutter, die kräftiger als billig ihr Kind schnäuzt, ins Gesicht. Klarabella war eine Handbreit größer als meine Einsvierundachzig, und kräftig gebaut, sollte ich dazu sagen. Doch zurück: ich traf Klarabella, und wir setzten uns kurz entschlossen ins Kaffee PLATZL. Zuerst hieß es, auf einen Kaffee. Das Gespräch war jedoch gut, und beim dritten Bier saßen wir immer noch am Tisch. Klarabella zog plötzlich eine Broschüre hervor, auf der eine Kunstexpedition auf den Thierberg angekündigt war. Wie auf einem Kreuzweg, so hatte eine Künstlerin, anstelle der Leidensstationen des Propheten, am Gasthof Neuhaus beginnend durch den Wald, den Weg entlang zur Ruine hinauf, Kunstinstallationen angebracht. Die galt es zu erwandern. Klarabella meinte dazu, das Ganze starte heute am Nachmittag, sie treffe sich zwar jetzt mit jemanden, doch ich könnte mich ihr anschließen. Mit dem Auto ihres Bekannten - er sei übrigens Dichter - ginge es dann hinauf zum Gasthaus. Ich sagte ich käme gerne mit und schloss mit einem Blick hinaus auf den Nieselregen, der nun eingesetzt hatte: »Hoffentlich sind diese Kunstinstallationen nicht wasserlöslich.«&lt;br /&gt;Das fand Klarabella nicht witzig, und ich lenkte das Gespräch wieder in unverfänglichere Bahnen. Mit Sepp dem Dichter trafen wir uns ein Kaffee weiter: er nannte mich sofort Südstaatler, da ich einen blaue Arbeitsjacke zu einer tief in die Stirn gezogenen Schildkappe trug, und ich erlaubte mir, ihn Dichter zu nennen. Tatsächlich sah er aus wie ein erfolgloser Dichter um 1800: etwa 35, das Gesicht durchpflügt von einer Millionen nutzloser Gedanken, dazu, in seltsamen Kontrast, das Haupt von güldenen Locken schwer. Der Dichter und ich witzelten herüber und hinüber, und Klarabella lachte einige Male schallend. Der Regen hatte zugenommen, als wir im alten Auto des Dichters die steile, gewundene Asphaltstraße zum Gasthof hinauf brummten. Wir waren keineswegs die ersten, ein kleines Völkchen war bereits unter einem Zelt neben dem Gasthaus versammelt, man zapfte Bier, es gab heiße Würstel. Wir mischten uns unter die Kunstinteressierten, und nach einigen einleitenden und wohl auch erhellend gedachten Worten der jungen Künstlerin(sie war eher klein, kompakt von Körper und ihr stumpfes Näschen zierte eine Brille, die ihr zusammen mit dem kurzen Haar ein burschikoses Aussehen verlieh) setzte sich die Prozession in Regenmänteln und mit Schirmen bewaffnet in Bewegung. Was an den verschiedenen Stationen im Einzelnen zu sehen war,  ich weiß es nicht mehr, nur so viel: es waren Sachen aus Blech und Plastik dabei, blasphemische Motive fehlten nicht, orange gefärbter Kies lag plötzlich zu unseren Füßen, und irgendwann gelangten wir zur Ruine. Dort brodelte heißes Wachs in einigen Töpfen, und wir Kunstinteressierten konnten darin eintunken, was uns beliebte, damit es sich mit einer Schicht überzöge, und als Erinnerung an diesen Tag mit nach hause genommen werden konnte. Ich leerte die letzte Bierdose, die mir den Weg herauf ein treuer Begleiter gewesen war, und gab sie einer jungen Wachsköchin, damit sie sie auf den Fondue-Stab stecken und eintauchen möchte. Die wehrte sich. Eine Bierdose, mochte sie sich denken, wie platt. Sie sagte: »Also das, glaub' ich, geht nicht. Da bleibt ja das Wachs nicht haften.«&lt;br /&gt;»Versuch es, Mädchen«, tönte ich, und meine Bierfahne streifte ihr schöne Lärvchen, dass sich angewidert verzog.&lt;br /&gt;»Nein. Das kann ich nicht machen.«&lt;br /&gt;»Ja, ist das hier jetzt etwas Progressives, oder nicht? Ein verkehrt herum genagelter Jesus, mit orangen Eiern, das geht, was, aber eine Bierdose eintunken nicht?«&lt;br /&gt;»Wo hängt ein verkehrt herum aufgenagelter Jesus?«, fragte das Kunsthilfsmädchen entsetzt.&lt;br /&gt;»Mit orangen Eiern«, stieß ich nach!&lt;br /&gt;»Blödsinn. Eine solche Installation ist nicht dabei«, konterte sie mutig. &lt;br /&gt;»Wer weiß, mein Fräulein, aber Moment! Wenn du schon keine Bierdose eintunken magst, dann vielleicht«, und damit zerknautschte ich die Dose in meiner Hand, »dann ist vielleicht eine zerknautschte Bierdose, würdig genug für das Wachs!?«&lt;br /&gt;Das arme Ding fürchtete sich vor mir. Ich hätte sie wahrscheinlich, als Misston in der schönen Melodie dieser Prozession, heruntergeputzt, sie eine Kunstbanausin geschimpft etc., wenn nicht Klarabella plötzlich neben mir gestanden hätte, groß, 15 Kilo schwerer als ich, kräftig. Ihre braunen Augen maßen mich ruhig als sie sagte: »Na, Karl, Probleme?«&lt;br /&gt;In großer Heiterkeit antwortete ich: »Nein. Keine Probleme, Klarabella. Setzen wir uns nachher noch auf ein Bier ins Neuhaus?«&lt;br /&gt;»Ja. Sepp und ich hatten das vor. Du willst doch auch wieder mit uns nach Kufstein fahren, nicht?«, sprach Klarabella lauernd.&lt;br /&gt;»Ei, das wäre schön«, sagte ich und fügte weislich hinzu: »Ich geh' schon einmal voraus.«&lt;br /&gt;»Wohin?«&lt;br /&gt;»Na, ins Neuhaus«, sagte ich entschieden und schritt schon den feuchten Waldweg hinab. In der Gaststube saß ich nicht lange alleine, bald trudelten die, denen nach dem Kunsterlebnis noch nach Geselligkeit war, ein. Klarabellas Bruder war dabei, die Künstlerin selbst, und neben dem Dichter noch zwei, drei Personen. Wir thematisierten alles und jedes, und nichts erschöpfend. Wir schonten des Gerstensafts nicht, und in der Karre des Dichters ging es wieder nach Kufstein hinab. Klarabella ließ mich in ihrem Wohnzimmer schlafen, während Sepp und sie ins Schlafzimmer gingen. Nicht lange, und Klarabella begann zu Stöhnen, der Dichter nahm Maß! Da mir nicht danach war, Ohrenzeuge einer Kopulation zu werden, stand ich auf, und trank im Luckys weiter, der Bar, die um diese Zeit noch geöffnet hatte. Der einzige Gast war ein rauschebärtiger Wochenendalki in Arbeitskluft, mit dem ich mich nicht übel verstand. Als die Bar schloss, war es draußen hell. Wir schlurften kichernd und blödelnd, zur nächsten Tankstelle, und mit einem Dosenbier wieder stadteinwärts. Wir landeten im Bahnhofsrestaurant. Die Kellnerin mit dem kurzgeschorenen Haar und den glatten, strammen Waden bediente.&lt;br /&gt;»Ihr führt euch eh' gut auf«, meinte sie warnend, als sie das Bier kredenzte. Wir nickten.&lt;br /&gt;»Wo arbeitest du eigentlich?«, fragte mich der Rauschebart.&lt;br /&gt;»Bin Schriftsteller.«&lt;br /&gt;»Ich mein, weil du eine Blaue anhast und Arbeitsschuhe.«&lt;br /&gt;»Das sind keine Arbeitsschuhe«, sagte ich ein Bein auf den Tisch legend, und setzte hinzu: »Gott, die stinken.«&lt;br /&gt;Ich zog den Schuh aus, und roch daran.&lt;br /&gt;»Wau! Dieser Gestank. Wie Jauche!«, rief ich begeistert. Der Rauschebart wurde neugierig.&lt;br /&gt;»Darf ich auch einmal riechen?«&lt;br /&gt;»Weil du's bist«, sagte ich, und reichte ihm den Schuh. Er inhalierte tief. Dann lachte er und meinte: »Das nennst du stinken?«&lt;br /&gt;Sogleich zog er einen seiner Arbeitsschuhe aus, hielt ihn wie eine Sauerstoffmaske ins Gesicht, inhalierte lang und stellte ihn dann auf den Tisch.&lt;br /&gt;»D a s nenne ich stinken«, sagte er. Und: »Riech!«&lt;br /&gt;»Weißt du was?«, entgegnete ich: »Das glaub ich dir auch so.«&lt;br /&gt;Der ausgelatschte Arbeitsschuh, mit seinen wunderlich drapierten Schnürsenkeln, machte sich gut auf dem Tisch. Er stand da, als wollte er etwas bedeuten.&lt;br /&gt;Die Kellnerin schoss hinter dem Tresen hervor. &lt;br /&gt;»Was soll das? Ihr habt gesagt ihr führt euch g' scheit auf!«&lt;br /&gt;»Was das soll? Das ist Kunst!«, rief ich.&lt;br /&gt;»Blödsinn. Weg mit dem Schuh!«, zeterte sie. &lt;br /&gt;»Das ist kein Schuh«, begehrte ich auf, »das ist ein Readymade!«&lt;br /&gt;»Ein, was? Jetzt aber zahlen und raus mit euch!«&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ende &lt;/span&gt;&lt;/span&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="LEFT" style="line-height: 150%; margin-bottom: 0cm; margin-left: -0.46cm; margin-right: -0.51cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1096566506874304293-1517122056891783242?l=karlkinaski.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://karlkinaski.blogspot.com/feeds/1517122056891783242/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://karlkinaski.blogspot.com/2009/11/kunstexpedition.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1096566506874304293/posts/default/1517122056891783242'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1096566506874304293/posts/default/1517122056891783242'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://karlkinaski.blogspot.com/2009/11/kunstexpedition.html' title='Kunstexpedition'/><author><name>Karl Kinaski</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13119174823224462521</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://i24.tinypic.com/30upo49.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1096566506874304293.post-3700672138890631497</id><published>2009-09-06T08:18:00.003+02:00</published><updated>2009-09-06T08:42:14.501+02:00</updated><title type='text'>TRIP !</title><content type='html'>„Damned“, fluchte der Amerikaner, als uns der Mietwagen irgendwo im Niemandsland zwischen Palma und „was weiß ich“ absoff. &lt;br /&gt;Wenn er denn abgesoffen war. Ich kenne mich mit Autos nicht aus, besonders nicht wenn sie aus einem dubiosen Autoverleih stammen, dessen Chef 200 kg wiegt.&lt;br /&gt;Der Amerikaner hatte auch sofort wieder umgedreht und irgendetwas gemurmelt das wie „abomination“ geklungen hatte.&lt;br /&gt;Ich hatte die Fleischlawine unterbrochen.&lt;br /&gt;„20 Euro is’ n bisschen viel für die Karren, die sie anbieten, nicht?“&lt;br /&gt;Der Mann hatte gelacht und in gebrochenem Deutsch gemeint, das möge sein, doch wenn er uns richtig einschätze, könnten wir auch etwas Feines gebrauchen, worauf er  den Deckel eines Ringes geöffnet hatte, der auf seinem wurstartigen Mittelfinger saß, und ein weißes Pulver auf seinen Schreibtisch  geschüttet hatte.&lt;br /&gt;„Mann, oh Mann…aber wir sind nicht auf Koks“, hatte ich gesagt.&lt;br /&gt;Bei dem Wort Koks hatte sich der Amerikaner, der noch nicht außer Hörweite gewesen war, wieder umgedreht. &lt;br /&gt;„Isse auch keine Koks…isse Pilze…ändern Gehirn…“&lt;br /&gt;„Spitzkegelige Kahlköpfe?“&lt;br /&gt;„Äh?“&lt;br /&gt;„Psylos?“&lt;br /&gt;Das feiste Gesicht des Dicken hatte gestrahlt.&lt;br /&gt;„Ja, ja…so man sagen...so Deutsche sagen…“&lt;br /&gt;Der Amerikaner hatte nur Bahnhof verstanden.&lt;br /&gt;Per Zufall war ich sein Saufkumpan geworden.  Kennen gelernt hatten wir uns, als wir gemeinsam gegen drei Einheimische gerauft hatten.&lt;br /&gt;Heute Morgen hatte er es plötzlich eilig gehabt an einen bestimmten Punkt der Nord-Küste zu kommen. Ehe, das Gewitter, das sich ankündigte, über Mallorca hereinbrechen würde. Dort läge ein versenktes Boot. Er müsse dort hinabtauchen und etwas aus der Kabine holen, hatte er erklärt. Wir waren zur Autovermietung gelatscht.&lt;br /&gt;„Ich bezahle die Karre“, hatte ich zum Dicken gesagt. „Und 20 G von diesem Pulver. Wenn es scheiße ist, versenken wir deinen Wagen im Meer.“&lt;br /&gt;„Oh es gut…es nix scheiße…. 20  Wagen…50 das Pulver…“&lt;br /&gt;Ich hatte ihm die Scheine hin geblättert.&lt;br /&gt;Jetzt, 40 Minuten und 3 Gramm Pulver später, soff die Scheißkarre ab. Der Amerikaner ließ sie ausrollen, während ich einen Blick in den schwarzen Himmel riskierte.&lt;br /&gt;Jederzeit konnte es zu schütten beginnen.&lt;br /&gt;„Let’s walk.“, sagte der Amerikaner, und ich hatte das Gefühl direkt unter meiner Haut kröchen tausende bunt schillernde Käfer.&lt;br /&gt;„Is it far from here?“&lt;br /&gt;“The boat? No.”&lt;br /&gt;“How do you know where exactly it is? I  mean it is under water.”&lt;br /&gt;“The mast will show me the way.”&lt;br /&gt;“Mast? Ah…der Masten…der ist überm Wasser. Alles klar. I understand. Wann…ah äh when did the boat sunk?“&lt;br /&gt;“Two days ago.”&lt;br /&gt;Mehr sagte der Amerikaner nicht, der sich jetzt ab und zu in eine Eidechse verwandelte, wie er da entschlossen vor mir ging. Das Zeug des Dicken war gut.&lt;br /&gt;Sehr gut: ein mächtiger Gehdrang kombiniert mit einem Lachzwang überkam mich. Ich überholte die aufrecht gehende Eidechse, die plötzlich kehrt machte.&lt;br /&gt;„He, where do you go?”, sagte ich und stoppte. Da ich aber nicht stillstehen konnte ging ich rasch im Kreis. &lt;br /&gt;Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Die Eidechse holte den halbvollen Benzinkanister, den uns der Dicke mit auf den Weg gegeben hatte, aus dem Kofferraum und überschüttete die Karre. Sie entfernte sich einen Meter und warf ein Zündholz. &lt;br /&gt;Der Wagen ging in Flammen auf, und ich beschloss, dass mir das hier eine Nummer zu groß war. Die Eidechse war wahrscheinlich vom CIA und die machten keine Faxen.&lt;br /&gt;Ich würde mich bei günstiger Gelegenheit absetzen.&lt;br /&gt;In diesem Moment, die Eidechse war eben dabei sich in den Amerikaner zurück zu verwandeln, fing es gewaltig zu schütten an. Das Feuer erlosch. &lt;br /&gt;Der Wagen war angekokelt…mehr nicht. Was würde der Dicke für die Karre verlangen? 1000? Egal. In Anbetracht dessen, dass er dealte, konnte ich ihn sicher herunterhandeln. Dann war der Urlaub eben eine Woche früher zu ende. Der auf Mallorca. Nicht der in meinem Hirn. Denn ich gedachte ihm noch einiges von diesem Pulver abzukaufen, dass immer neue Eigenschaften offenbarte. &lt;br /&gt;Fluchend ging der Amerikaner an mir vorbei.&lt;br /&gt;Ich folgte ihm lachend. Ich lachte und lachte. Hoffentlich nahm er es nicht persönlich&lt;br /&gt;Der Amerikaner, dessen Gesicht jetzt dem des Löwen aus der „Zauberer von Oz“ glich, jenem Löwen dem alle Courage fehlt, kam auf mich zu und verpasste mir eine schallende Ohrfeige. Ich lachte und hatte einen Filmriss.&lt;br /&gt;Ich erwachte im Bungalow des Amerikaners. Zwei Tussis saßen mir gegenüber und grinsten.  Ich kannte sie. Der Amerikaner und ich hatten mit ihnen am Vortag geflirtet. „Mansfield ist zurück nach den USA“, sagte die eine. „Er sagt er hätte den Mietwagen bezahlt. Und wir können den Bungalow benützen. Er ist noch für drei Tage gemietet.“ Ich setzte mich kerzengerade auf und helle Freude überkam mich.&lt;br /&gt;„Bin gleich wieder da Mädls“, sagte ich und sprang auf. Das Wunderpulver hatte ich noch.&lt;br /&gt;Im Supermarkt erstand ich drei Flaschen Wodka, Wäscheklammern, silbernes Paketklebeband, sowie zwei monströse Salatgurken. &lt;br /&gt;Das würden noch drei affengeile Tage werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                                                       Fin&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1096566506874304293-3700672138890631497?l=karlkinaski.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://karlkinaski.blogspot.com/feeds/3700672138890631497/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://karlkinaski.blogspot.com/2009/09/trip.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1096566506874304293/posts/default/3700672138890631497'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1096566506874304293/posts/default/3700672138890631497'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://karlkinaski.blogspot.com/2009/09/trip.html' title='TRIP !'/><author><name>Karl Kinaski</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13119174823224462521</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://i24.tinypic.com/30upo49.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
